Vermögen für Kinder aufbauen: Kinderdepot oder Familienstiftung?
Shownotes
Heute spreche ich mit dir darüber, ob du Vermögen für dein Kind über ein eigenes Kinderdepot oder über eine Familienstiftung aufbauen solltest. Ich erkläre dir, wie sich die Optionen steuerlich unterscheiden und warum vor allem die Frage entscheidend ist, wem das Vermögen gehört. Außerdem erfährst du, was mit dem 18. Geburtstag passiert und warum sich Kinderdepot und Familienstiftung auch miteinander kombinieren lassen.
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Transkript anzeigen
00:00:04: Hey und herzlich willkommen bei „Familienstiftung gestalten – weniger Steuern, mehr
00:00:07: Vermögen“.
00:00:07: Ich bin Sandra Schmidt, Steuerberaterin und Stiftungsberaterin.
00:00:10: Schön, dass du dabei bist.
00:00:11: In der heutigen Episode geht es um eine Frage, die mir ziemlich oft in der
00:00:15: Beratungspraxis rund um die Familienstiftung gestellt wird.
00:00:19: Und zwar: Soll ich für mein Kind direkt ein Kinderdepot anlegen?
00:00:25: Oder macht es mehr Sinn, das Vermögen in der Familienstiftung wachsen zu lassen und
00:00:30: daraus mein Kind profitieren zu lassen?
00:00:33: Und das schauen wir uns heute einmal an.
00:00:36: Also dieses klassische Kinderdepot, wenn wir damit einmal starten, das dient ja dazu,
00:00:42: dass schon auf den Namen des Kindes ein Konto eröffnet wird, ein Depot eröffnet wird,
00:00:49: ein ETF-Depot vielleicht eröffnet wird, um die persönlichen Freibeträge des Kindes
00:00:56: auch auszuschöpfen.
00:00:57: Dieses Jahr sind es ungefähr 12.300 Euro, genau 12.348 Euro, die jeder Mensch als
00:01:05: Grundfreibetrag hat und Kinder, die noch kein eigenes Einkommen haben, können bis zu
00:01:10: dieser Höhe von 12.348 Euro steuerfrei Geld verdienen.
00:01:16: Und das können sie zum Beispiel mit Kapitalerträgen machen.
00:01:21: Du kannst also – das machen ganz viele Eltern – meistens schon bei der Geburt des
00:01:25: Kindes auf den Namen des Kindes ein Konto einrichten.
00:01:28: Dann können da auch die Omas, Opas, Tanten, Onkel und wer auch immer Geld dahin
00:01:32: überweisen.
00:01:33: Statt noch den zehnten Kuschelbär zu kaufen, wird dann vielleicht Geld auf dieses
00:01:37: Konto überwiesen.
00:01:38: Und davon kann dann investiert werden.
00:01:41: Da kann zum Beispiel per Dauerauftrag ein ETF-Sparplan bespart werden.
00:01:45: Und das ist ganz schön.
00:01:46: Da kann schon für das kleine Kind nach der Geburt Vermögen geschaffen werden, und
00:01:53: zwar aktuell mit diesen 12.348 Euro steuerfrei.
00:01:57: Das steigt jedes Jahr.
00:01:58: Und da es sich um Einkünfte aus Kapitalvermögen handelt, ist es so, dass auch noch
00:02:03: 1.000 Euro Sparer-Pauschbetrag dazukommt, also knappe 13.000 Euro, die dein Kind
00:02:09: steuerfrei bekommen kann.
00:02:11: Und das ist echt schon richtig, richtig gut.
00:02:14: Das geht auch mit der Familienstiftung.
00:02:17: Bei der Familienstiftung ist es dann ehrlicherweise etwas komplizierter.
00:02:22: Nicht wirklich viel, aber etwas.
00:02:24: Du darfst dann nämlich im ersten Schritt für dein Kind eine NV-Bescheinigung
00:02:29: beantragen beim Finanzamt NV steht für Nichtveranlagung.
00:02:33: Und wenn die dann vom Finanzamt ausgestellt wird, kann das Kind aus der Stiftung auch
00:02:39: jedes Jahr genau den gleichen Betrag erhalten.
00:02:42: Also aktuell auch knapp diese 13.500 Euro.
00:02:46: Was ist denn jetzt der Unterschied und was spricht eher dafür, ein Depot für das Kind
00:02:52: direkt aufzumachen oder das über die Familienstiftung laufen zu lassen?
00:02:57: Und da ist ganz wichtig, bevor wir uns die beiden Fragen beziehungsweise die
00:03:00: Antworten auf die Fragen anschauen, dass du nicht beides unabhängig voneinander
00:03:04: machen kannst.
00:03:05: Also ganz wichtig: Den Sparer-Pauschbetrag und auch den Grundfreibetrag gibt es nur
00:03:10: einmal pro Kind.
00:03:11: Das heißt, du darfst dich entscheiden.
00:03:13: Entweder machst du A oder B oder machst eine Mischung aus beiden, dass du in Summe
00:03:18: aber maximal auf diese Beträge kommst.
00:03:22: Ein ganz großer Unterschied besteht darin, wem das Geld denn gehört.
00:03:28: Denn auch wenn dein Kind noch ganz klein ist und du auf den Namen des Kindes, das
00:03:33: Konto, das Depot, den ETF-Sparplan einrichtest, gehört das schon dem Kind.
00:03:39: Und spätestens wenn das Kind achtzehn ist, kann es darauf zugreifen und kann damit
00:03:44: machen, was es möchte.
00:03:45: Das heißt, da hast du dann als Elternteil keinen Einfluss mehr darauf, dass das
00:03:50: weiter bespart wird, dass das vielleicht da liegen bleibt, bis es für eine vielleicht
00:03:55: für dich vermeintlich sinnvolle Investition oder Ausgabe oder auch Bildungsausgabe
00:04:00: genutzt wird.
00:04:01: Das heißt, da kann das Kind direkt darauf zugreifen.
00:04:04: Die Zurechnung, das wirtschaftliche Eigentum und damit auch die Verfügungsmacht sind
00:04:10: bei dem Kind.
00:04:11: Es kann damit machen, was es möchte.
00:04:13: Und das ist wirklich ganz anders bei der Familienstiftung.
00:04:17: Denn bei der Familienstiftung gehört das Vermögen der Familienstiftung, die
00:04:21: Familienstiftung erwirtschaftet Erträge und diese Erträge fließen deinem Kind zu.
00:04:29: Und bei diesen Erträgen kannst du dann, während das Kind eben noch minderjährig ist,
00:04:33: mehr oder weniger bestimmen, wofür sie verwendet werden.
00:04:35: Wenn dein Kind unbedingt – mein Lieblingsbeispiel – ins Disneyland Paris fahren
00:04:39: möchte, kannst du sagen: „Liebes Kind, ja, das können wir machen.
00:04:42: Du bezahlst das selber.“
00:04:43: Du hast ja ein Konto, davon wird es bezahlt.
00:04:45: Das heißt, so kann das funktionieren.
00:04:47: Dein Kind häuft aber selber nicht dieses größere Vermögen an, das heißt, das Vermögen
00:04:52: bleibt in der Familienstiftung.
00:04:54: Und wenn das Kind achtzehn ist und du merkst, das würde mit dem Geld vielleicht
00:04:58: Sachen machen, die du nicht unterstützt, könntest du ja sogar auch die Unterstützung
00:05:03: aus der Familienstiftung einstellen, dann bekommt das Kind da nichts mehr raus.
00:05:08: Also im Grundsatz sieht es erst mal ganz gleich aus.
00:05:11: Es wird bei beiden der Grundfreibetrag und der Sparer-Pauschbetrag ausgenutzt.
00:05:16: Aber das wirtschaftliche Eigentum, die Verfügungsmacht sind eben bei dem Konto auf
00:05:21: den Namen des Kindes wirklich bei dem Kind.
00:05:24: Und wenn die Familienstiftung das Vermögen investiert und die Erträge zu dem Kind
00:05:29: fließen, ist das Vermögen bei der Familienstiftung.
00:05:33: Das heißt, das ist der zentrale Unterschied.
00:05:35: Und das ist dann auch eine Frage, die du dir stellen darfst Was möchtest du, was dein
00:05:41: Kind macht, wenn es achtzehn wird?
00:05:43: Akzeptierst du das?
00:05:44: Alles fein, dass das Kind dann selber entscheiden kann.
00:05:47: Oder sagst du: Mit achtzehn, was hat man da noch für Flausen im Kopf?
00:05:51: Das ist vielleicht noch nicht das richtige Alter.
00:05:53: Und dann ist die Familienstiftung vielleicht auch eine gute Idee.
00:05:56: Und wenn du jetzt sagst: „Ja, aber ich habe doch jetzt schon die letzten zehn oder
00:06:00: fünfzehn Jahre für mein Kind diesen ETF-Sparplan zum Beispiel implementiert und da
00:06:05: geht jeden Monat ein Teil oder das ganze Kindergeld dahin.“
00:06:09: Dann muss das ja nicht eingestellt werden.
00:06:11: Das muss jetzt ja auch nicht aufgelöst werden, das kann ja auch eingefroren werden.
00:06:16: Und dann kannst du, wenn die Familienstiftung da ist, zukünftig das so machen, dass
00:06:21: du eben schaust, wie viel Erträge hat dein Kind aus dem ETF-Depot jedes Jahr?
00:06:26: Und was ist dann noch als Differenz zu dem dann aktuellen Grundfreibetrag und
00:06:30: Sparer-Pauschbetrag?
00:06:31: Und die Differenz kann dann das Kind aus der Familienstiftung erhalten.
00:06:35: Das heißt, so hat dann das Kind schon, in Anführungszeichen, ein bisschen Vermögen,
00:06:39: worüber es dann verfügen kann, wenn es achtzehn ist.
00:06:42: Aber der eigentliche große Vermögensaufbau findet in der Familienstiftung statt.
00:06:47: Also bevor du Geld überträgst, sind so die wichtigen Fragen: Wem soll das Vermögen
00:06:53: gehören?
00:06:54: Wer soll ab dem achtzehnten Geburtstag darüber entscheiden und wie werden die
00:06:59: laufenden Erträge besteuert?
00:07:02: Das ist natürlich auch ganz wichtig, dass man da mal schaut.
00:07:04: Denn da gibt es ja auch noch in der Familienstiftung eine deutlich günstigere
00:07:08: Besteuerung für ETFs und für Aktien, als es bei uns Menschen funktioniert.
00:07:13: Das heißt, das wäre auch noch mal ein Aspekt, wo man eben aus der steuerlichen Brille
00:07:18: einmal durchschauen kann, dass es durchaus cleverer ist, in der Familienstiftung
00:07:23: Investitionen vorzunehmen.
00:07:25: Denn da zahlst du ja zum Beispiel auf den Gewinn aus Einzelaktien nur 0,79 Prozent
00:07:30: und privat wären es 25 Prozent plus Soli.
00:07:33: Das heißt, da ist der Hebel auch wirklich viel größer.
00:07:37: Das war die lange Antwort auf die kurze Frage zum Thema Kinderdepot.
00:07:41: Wenn dir diese Folge gefallen hat, dann abonniere doch den Podcast in deiner
00:07:45: Lieblings-Podcast-App.
00:07:46: Vernetzt euch mit mir auf Social Media und wenn du jemanden kennst, für den es auch
00:07:50: spannend ist, dann empfiehl doch meinen Podcast weiter.
00:07:53: Danke, dass du dabei warst und bis zur nächsten Folge von „Familienstiftung gestalten
00:07:56: – weniger Steuern, mehr Vermögen“.
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