Familienstiftung nach dem Tod des Stifters: Wer entscheidet dann?
Shownotes
In dieser Episode sprechen wir darüber, wie viel Freiheit du späteren Generationen in deiner Familienstiftung geben möchtest. Ich zeige dir zwei unterschiedliche Herangehensweisen: von möglichst viel eigenem Entscheidungsspielraum bis hin zu klaren Vorgaben für Vermögensanlage, Vorstand und Unterstützungsleistungen. Du erfährst, warum beide Varianten möglich sind und wie du bereits heute in der Satzung festlegen kannst, welchen Handlungsspielraum deine Kinder und Enkel später haben sollen.
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Transkript anzeigen
00:00:03: Hey und herzlich willkommen bei „Familienstiftung gestalten – weniger Steuern, mehr Vermögen“.
00:00:07:
00:00:08: Ich bin Sandra Schmidt, Steuerberaterin und Stiftungsberaterin.
00:00:10: In diesem Podcast dreht sich alles rund um die Familienstiftung, kluge
00:00:14: Vermögensstrukturen, GmbH- und Holdingmodelle sowie nachhaltige Vermögensplanung.
00:00:19: Und heute schauen wir uns mal das Thema Kontrolle in der Familienstiftung an, denn
00:00:25: wenn man sich mit dem Thema Familienstiftung beschäftigt, wenn du dich vielleicht
00:00:29: gerade mit dem Thema Familienstiftung beschäftigst, gibt es so zwei, drei Aspekte,
00:00:34: die immer wieder aufkommen.
00:00:36: Und der eine ist, dass man ja Vermögen abgibt.
00:00:40: Das ist schon so die erste kleine Hürde, dass man sagt: Okay, ich habe jetzt hier
00:00:44: Vermögen erwirtschaftet, vielleicht selber von meinen Eltern oder einer anderen
00:00:47: Person geerbt oder geschenkt bekommen.
00:00:50: Da bin ich jetzt bereit, dieses Eigentum abzugeben.
00:00:53: Ja, ich weiß, ich bin dann Verwalter.
00:00:56: Ich darf dann weiter bestimmen, was damit passiert.
00:01:00: Ja, du bist also quasi der Chef im Ring.
00:01:03: Und du weißt auch, am Ende können wir alle nichts mitnehmen, wenn wir hier
00:01:07: weiterreisen.
00:01:08: Das heißt, wir dürfen das genießen, sind eh Verwalter auf Lebenszeit.
00:01:12: Und das Prinzip passt ja auch gut zur Familienstiftung, dass man da auch selber der
00:01:16: Verwalter ist, der Vorstand, wie es in der Stiftung heißt.
00:01:19: Aber das ist nicht mehr dein Vermögen.
00:01:22: Das ist für die meisten, die sich mit dem Thema Stiftung beschäftigen, wirklich dann
00:01:26: okay, weil sie verstanden haben, sie können eben weiter wirklich genauso bestimmen,
00:01:31: wie es jetzt ist.
00:01:32: Der andere Punkt ist so ein bisschen die Kontrolle.
00:01:35: Und da haben auch die meisten Stifter verstanden, dass solange sie ja Vorstand sind,
00:01:42: dass sie Chef sind, dass sie bestimmen, was passiert mit der Familienstiftung,
00:01:47: Welches Vermögen wird wie angelegt, welche Erträge werden wie ausgezahlt?
00:01:51: Das haben die schon ganz gut verstanden, dass Sie da als Vorstand wirklich der Chef
00:01:57: der Stiftung sind.
00:01:59: Aber was passiert denn jetzt, wenn man dann selber nicht mehr da ist?
00:02:02: Und wenn dann die nächste Generation, vielleicht die übernächste Generation, wenn die
00:02:08: dann nämlich Vorstand sind.
00:02:10: Und das ist dann meistens so ein Moment, Wo die meisten potenziellen Stifter merken,
00:02:16: was sie für eine Persönlichkeit sind.
00:02:19: Das ist ganz spannend und im Grundsatz habe ich bisher so eigentlich zwei große
00:02:23: Haupttypen festgestellt.
00:02:25: Und mal schauen, ob du dich da wiederfindest in der einen oder in der anderen
00:02:29: Kategorie.
00:02:30: Ich will die beide gar nicht bewerten, was aus meiner Sicht vielleicht gut oder
00:02:33: schlecht ist.
00:02:34: Das tut gar nichts zur Sache.
00:02:36: Ich möchte die beiden nur einmal darstellen und zeigen, dass wirklich für beide Typen
00:02:42: in der Familienstiftung schon jetzt Regelungen getroffen werden, dass du wirklich
00:02:46: glücklich und zufrieden bist und die Familienstiftung so gestaltet wird, wie du das
00:02:51: haben möchtest.
00:02:52: Der Typ Nummer eins ist ein Stifter, der sagt: „Wenn ich nicht mehr bin, ist mir das
00:02:59: jetzt nicht wirklich vollständig egal, aber ich lege da jetzt nicht harte Regeln an,
00:03:04: ich möchte da jetzt nicht ganz eng festlegen, was eine gute Investition ist, was
00:03:10: vielleicht für eine Rendite bei einer Immobilie bei einer Aktie erwartet wird.
00:03:15: Ich möchte auch nicht vorgeben, dass vielleicht in folgenden Bereichen nicht
00:03:19: investiert werden soll.“
00:03:22: Es gibt viele Stifter, die da ganz frei sind und dieses Sprichwort „Nach mir die
00:03:26: Sintflut“ – natürlich deutlich übertrieben, weil alle, die sich mit dem Thema
00:03:29: Stiftungen beschäftigen, natürlich nicht so denken.
00:03:33: Aber eben, der Hintergedanke ist: Lasst doch die nächsten Generationen frei sein.
00:03:39: Die sollen selber entscheiden, was sie dann mit dem Vermögen machen, wie sie das
00:03:42: anlegen oder ob sie vielleicht einen Vermögensverwalter nehmen, der das Vermögen
00:03:46: anlegt, wenn sie damit selber keine Arbeit und keine Berührungspunkte haben möchten.
00:03:51: Die andere Variante ist das Gegenteil davon, dass es eine Person ist, die sagt:
00:03:57: „Nein, ich möchte das schon sehr eng vorgeben.
00:04:00: Ich möchte auch genau bestimmen.
00:04:03: Wenn ich jetzt zum Beispiel zwei Kinder habe, dass aus den Nachkommen jedes Kindes
00:04:08: immer mindestens einer im Vorstand ist, dass es da kein Übergewicht gibt zu der einen
00:04:13: oder anderen Seite.
00:04:15: Ich gebe vor, wie angelegt werden soll.
00:04:19: Ich gebe vor, was nicht gemacht werden soll.
00:04:21: Ich gebe vor, wie viel Geld für bestimmte Sachen ausgegeben wird.
00:04:25: Ich gebe vor, wie das Portfolio aufgebaut ist, wie viel Prozent Immobilien, Aktien
00:04:30: oder noch andere Sachen, dass da eben so eine Streuung stattfindet.“
00:04:34: Die gibt es auch.
00:04:36: Und egal, in welcher Gruppierung du dich jetzt gerade wiederfindest, oder vielleicht
00:04:41: auch irgendwo dazwischen.
00:04:42: Es gibt ja nicht nur schwarz und weiß.
00:04:45: Das, was du möchtest, kann in der Satzung geregelt werden.
00:04:49: Also sowohl wenn du zu Variante eins gehörst, zu denen, die viel Freiheit, viel
00:04:55: Freiraum lassen möchten, kann das in der Satzung geregelt werden.
00:04:59: Und auch wenn du sagst: „Ich möchte es gerne enger haben“, kann das in der Satzung
00:05:05: geregelt werden.
00:05:06: Also wenn du jetzt zu der einen oder anderen Gruppe gehörst und dachtest bisher, dann
00:05:10: ist das Thema Stiftung doch nichts für mich, weil das doch bestimmt gar nicht so
00:05:14: geregelt werden kann, dass das so für mich passt und dass dann entweder die Kinder
00:05:19: und Enkelkinder viel Freiraum haben oder eben sich an die engeren Grenzen halten
00:05:24: müssen.
00:05:24: Doch es kann beides wirklich individuell auf deine Bedürfnisse in die Satzung
00:05:29: reingeschrieben werden.
00:05:31: Es kann auch zum Beispiel reingeschrieben werden, was nicht unterstützt werden soll
00:05:35: von der Familienstiftung.
00:05:37: Es kann reingeschrieben werden, was unterstützt werden soll.
00:05:39: Also auch da kann man dem späteren Vorstand weiten oder auch engeren
00:05:43: Handlungsspielraum geben.
00:05:45: Das heißt, es ist keine Ausrede, zu sagen: „Ich bin der eine oder der andere Typ.
00:05:49: Für mich ist die Familienstiftung nichts.“
00:05:52: Das ist nicht der Fall.
00:05:53: Du kannst dich trotzdem weiter mit dem Thema beschäftigen und wir unterstützen dich
00:05:58: gerne dabei.
00:05:59: Genau das, wie du bist, quasi deine DNA, deine Persönlichkeitsstruktur, wirklich in
00:06:05: die Satzung mit aufzunehmen, dass du dich da wiederfindest und dass dann auch die
00:06:10: Generationen nach dir wirklich so handeln, wie du das möchtest.
00:06:15: Wenn dir diese Folge gefallen hat, dann abonniere auch gerne den Podcast in deiner
00:06:18: Lieblings-Podcast-App und teile ihn mit anderen, die sich ebenfalls für
00:06:21: Familienstiftung, Vermögensstruktur und Nachfolgeplanung interessieren.
00:06:25: Ich bin Sandra Schmidt.
00:06:26: Danke, dass du heute dabei warst und bis zur nächsten Folge von „Familienstiftung
00:06:29: gestalten – weniger Steuern, mehr Vermögen“.
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